
KSB hat ein aus finanzieller Sicht starkes Jahr 2025 abgeliefert, bekommt dafür an der Börse aber keinen Applaus. Trotz Rekordwerten bei Umsatz und Auftragseingang sowie einem zweistelligen Gewinnanstieg rutschte die Aktie im frühen Handel zeitweise um mehr als zwölf Prozent ab und fiel auf rund 1.015 Euro. Auslöser sind vor allem ein ausgesprochen vorsichtiger Ausblick für 2026 und eine Dividendenpolitik, die hinter den Erwartungen vieler Anleger zurückbleibt.
Operativ präsentierte sich der Pumpen- und Armaturenhersteller robust. Der Umsatz stieg um 2,3 Prozent und überschritt erstmals die Marke von drei Milliarden Euro. Wachstumstreiber war insbesondere das Pumpengeschäft. Der Auftragseingang legte um gut zwei Prozent auf einen Rekordwert von rund 3,2 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um etwas mehr als drei Prozent auf 252 Millionen Euro, der Jahresüberschuss kletterte um 13 Prozent auf 166,4 Millionen Euro.
Bei der Ausschüttung setzt das Management gleichwohl auf Kontinuität: Der Hauptversammlung im Mai sollen 26,50 Euro je Stammaktie und 26,76 Euro je Vorzugsaktie vorgeschlagen werden, jeweils auf dem Niveau des Vorjahres. Angesichts des Ergebnisanstiegs hatten Marktteilnehmer im Schnitt mit einer Anhebung gerechnet. Die unveränderte Dividende wurde daher als enttäuschend gewertet und wirkte zusammen mit dem verhaltenen Ausblick als Belastungsfaktor für den Kurs.
Der Ausblick für 2026 spiegelt ein hohes Maß an Unsicherheit wider. Beim Auftragseingang stellt KSB eine Spanne von 3,1 bis 3,5 Milliarden Euro in Aussicht – nach dem Rekord von 3,2 Milliarden Euro im Vorjahr ist damit sowohl ein Rückgang als auch ein neues Hoch denkbar. Der Umsatz soll zwischen 2,9 und 3,2 Milliarden Euro liegen, das EBIT zwischen 220 und 265 Millionen Euro. Konzernchef Stephan Timmermann verwies auf ein angespanntes geopolitisches Umfeld; der Krieg im Mittleren Osten sowie spürbar steigende Energie- und Logistikkosten dürften sich bereits in den ersten Monaten des laufenden Jahres auf die Kennzahlen auswirken.
Die ungewöhnlich breiten Prognosebandbreiten signalisieren, dass KSB zwar an strukturelles Wachstum glaubt, kurzfristige Risiken aber deutlich höher gewichtet als in der Vergangenheit. Für Investoren ergibt sich damit ein ambivalentes Bild: Auf der einen Seite stehen solide Fundamentaldaten und ein Rekordauftragspolster, auf der anderen Seite eine vorsichtige Guidance und eine stabile, aber nicht erhöhte Dividende. Der heftige Kursrückgang zeigt, dass der Markt derzeit eher die Risiken als die Chancen in den Vordergrund stellt.

Die Deutsche Bahn verschärft ihren Sanierungskurs im bayerischen Netz und nimmt einen zentralen Ostkorridor außer Betrieb. Ab dem 14. Juni wird der Streckenabschnitt zwischen Obertraubling im Landkreis Regensburg und Passau umfangreich modernisiert. Die Arbeiten dauern bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember und sind mit einer weitgehenden Vollsperrung verbunden. Ziel der Investitionen ist es, die Pünktlichkeit im Regional- und Fernverkehr langfristig zu verbessern.
Die Maßnahme ist Teil einer gestaffelten Generalsanierung in Südostbayern und schließt direkt an die seit Anfang Februar laufenden Arbeiten auf der vielbefahrenen Verbindung Nürnberg–Regensburg an. Diese erste Etappe soll nach aktueller Planung am 10. Juli abgeschlossen sein, womit sich beide Großprojekte mehrere Wochen überschneiden. Für Reisende bedeutet das parallel eingeschränkte Kapazitäten auf zwei wichtigen Achsen.
Auf der rund 120 Kilometer langen Trasse zwischen Obertraubling und Passau steht ein umfassendes Infrastrukturpaket an. Die Bahn erneuert oder setzt 120 Kilometer Gleise, 140 Weichen und 90 Kilometer Oberleitungen instand, zudem werden mehrere Stellwerke modernisiert. Ergänzend entstehen eine neue Eisenbahnüberführung und fünf Personenunterführungen. Ein technisch aufwendiger Schwerpunkt liegt bei Osterhofen nahe der Donau, wo ein mooriger Untergrund mit besonderen Maßnahmen verfestigt werden muss, um die Strecke dauerhaft zu stabilisieren.
Parallel zur Fahrwegerneuerung investiert die Bahn in die Stationen entlang der Route. Acht Bahnhöfe werden modernisiert und barrierefrei ausgebaut, etwa durch neue Zugänge und angepasste Infrastruktur. Diese Ausbauten laufen über den aktuellen Sperrzeitraum hinaus und sollen bis zum Frühjahr 2027 vollständig abgeschlossen sein. Während der Vollsperrung soll ein Ersatzkonzept mit purpurfarben gekennzeichneten Bussen die wichtigsten Verbindungen im Nahverkehr sichern, darunter Expresslinien über die Autobahn und langsamere Routen über Land.