
Die Lufthansa richtet ihren Wachstumskurs im internationalen Verkehr deutlich auf München aus. Der Konzern will die Kapazität am dortigen Terminal 2 um bis zu zehn Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen. Der Erweiterungsbau des von Lufthansa mitbetriebenen Terminals soll nach Angaben von Vorstandschef Carsten Spohr im Jahr 2035 in Betrieb gehen. Spohr kündigte die Pläne bei einem Festakt zum 100-jährigen Bestehen der größten deutschen Fluggesellschaft an. Zur Höhe der notwendigen Investitionen machte er vor mehreren hundert Gästen keine Angaben.
Die Kooperation zwischen Lufthansa und dem Flughafen München wird langfristig abgesichert. Das bestehende Gemeinschaftsunternehmen zum Betrieb von Terminal 2 soll nach den Worten von Spohr bis zum Jahr 2056 verlängert werden. München ist nach Frankfurt die zweite große Drehscheibe der Airline im internationalen Flugverkehr. Rund zwei Drittel der Passagiere dort sind Umsteiger, die von anderen Flughäfen kommen. Anders als am Frankfurter Flughafen ist Lufthansa in München Miteigentümerin und Mitbetreiberin von Terminal 2 und kann Planung und Betrieb damit stärker nach eigenen Vorstellungen ausrichten. Von dort starten und landen auch die Tochter- und Partnergesellschaften des Konzerns.
Spohr begründete den Ausbau mit der anhaltenden Dynamik des Luftverkehrs. Luftfahrt sei und bleibe eine Wachstumsbranche, sagte er. Bei der Eröffnung des Münchner Flughafens 1992 waren 14 Millionen Passagiere pro Jahr erwartet worden, tatsächlich wurden im vergangenen Jahr bereits mehr als 43 Millionen gezählt. Erste Überlegungen für einen Ausbau von Terminal 2 mit Platz für bis zu zehn Millionen zusätzliche Passagiere hatte es schon im vergangenen Jahrzehnt gegeben; diese Pläne waren während der Corona-Pandemie jedoch ausgesetzt worden.
Parallel zum Engagement der Lufthansa laufen am Standort weitere Ausbauprojekte. Noch vor der Inbetriebnahme des neuen Abschnitts von Terminal 2 soll in München ein Erweiterungsbau des nicht von Lufthansa genutzten Terminal 1 für bis zu sechs Millionen Passagiere jährlich eröffnet werden. Grenzen setzt dem Wachstum in München bislang, dass der Flughafen nur über zwei Start- und Landebahnen verfügt und keinen Fernbahnhof besitzt. Auch in Frankfurt gehen die Ausbaupläne weiter: Dort soll im April ein drittes Terminal mit einer Kapazität von bis zu 19 Millionen Passagieren pro Jahr in Betrieb gehen. Lufthansa hatte nach eigenen Angaben mit beiden großen deutschen Flughäfen Gespräche geführt, Frankfurt will seine Terminals jedoch weiter in Eigenregie betreiben.

Die deutsche Wirtschaft wird im Jahr 2026 laut einer neuen Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nur verhalten zulegen. Die Arbeitsmarkt- und Konjunkturexperten aus Nürnberg erwarten ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent. Trotz milliardenschwerer Fiskalpakete der Bundesregierung komme die Konjunktur damit kaum vom Fleck.
Als wesentlichen Gegenwind nennt das IAB geopolitische Risiken, insbesondere den Krieg im Iran. Die Krise im Nahen Osten dämpfe das deutsche Wachstum nach Einschätzung der Forscher um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte – unter anderem über höhere Energiepreise und Störungen im Handel. Diese Belastungen treffen auf eine ohnehin fragile Erholung und begrenzen den Spielraum für eine kräftigere Expansion.
Zugleich verschärft sich die strukturelle Schwäche am Arbeitsmarkt. Erstmals sinkt das Erwerbspersonenpotenzial – also die Zahl der Menschen, die grundsätzlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen – um 40.000 auf 48,62 Millionen. Der Fachkräftemangel nimmt damit weiter zu, weil die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in den Ruhestand eintreten und nicht in ausreichendem Maß ersetzt werden.
In der Folge rechnet das IAB im Jahresdurchschnitt mit 40.000 zusätzlichen Arbeitslosen. Der Anstieg werde sich vor allem in der ersten Jahreshälfte bemerkbar machen, in der zweiten Hälfte sei dagegen ein leichter Rückgang möglich. Neue Stellen entstehen laut Prognose fast ausschließlich bei öffentlichen Dienstleistern, im Gesundheitswesen und in der Erziehung, während die Industrie Beschäftigung abbaut. Allein in der Industrie dürften 140.000 Jobs wegfallen, auch weil Energiepreissteigerungen und Handelsstörungen die Unternehmen in diesem Sektor zusätzlich belasten.