PEKING, 20. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Ein Nachrichtenartikel von China Daily.

Die Jahreskonferenz des Financial Street Forum 2026 wurde am Montag in Peking eröffnet und brachte mehr als 400 hochrangige Gäste aus aller Welt zusammen.
Das Thema der diesjährigen Konferenz lautet „Aufbau eines offenen, kooperativen und inklusiven Ökosystems für die globale Finanzentwicklung".
Bei der Wahl des Konferenzthemas sei vor allem berücksichtigt worden, dass sich weltweit Veränderungen von einem seit einem Jahrhundert nicht gekannten Ausmaß beschleunigten und die Weltwirtschaft sowie das internationale Finanzwesen vor Herausforderungen stünden, erklärte Zeng Linfeng, geschäftsführender Generalsekretär des Sekretariats des Organisationskomitees der Jahreskonferenz und kommissarischer Leiter des Pekinger Bezirks Xicheng, auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Forums.
„Es ist dringend notwendig, durch Offenheit einen Konsens zu erzielen, Schwierigkeiten durch Zusammenarbeit zu überwinden sowie mit einer inklusiven Haltung Gemeinsamkeiten zu finden und zugleich Unterschiede anzuerkennen", sagte Zeng.
„Die diesjährige Konferenz fordert verstärkte Anstrengungen, um die Entwicklung und Sicherheit des Finanzsektors besser aufeinander abzustimmen, durch Öffnung neue Entwicklungsspielräume zu schaffen, die Widerstandsfähigkeit des Systems durch Zusammenarbeit zu stärken sowie mit einem inklusiven Ansatz gegenseitigen Nutzen und Ergebnisse zum beiderseitigen Vorteil zu erzielen", fügte er hinzu.
Im Rahmen der viertägigen Veranstaltung finden ein Hauptforum, mehrere Parallelforen sowie drei Konferenzen zu den Themen Fintech, Versicherungen und Investitionen statt.
Das Hauptforum umfasst eine Eröffnungs- und eine Abschlusszeremonie sowie fünf thematische Veranstaltungen, die jeweils von der Chinesischen Volksbank, der Nationalen Finanzaufsichtsbehörde, der Chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde, der Nachrichtenagentur Xinhua sowie der Staatlichen Devisenverwaltung ausgerichtet werden.
Hochrangige Vertreter weltweit führender Finanzunternehmen wie Standard Chartered und der DWS Group werden am Donnerstag an der Veranstaltung der Staatlichen Devisenverwaltung (SAFE) teilnehmen und ihre Einschätzungen zur Entwicklung sowie zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Finanzwesen unter den neuen globalen Rahmenbedingungen darlegen.
Bei diesen Veranstaltungen werden auch Themen wie langfristige Investitionsmöglichkeiten am chinesischen Kapitalmarkt im Zuge seiner Öffnung in beide Richtungen sowie das gesunde Zusammenspiel zwischen Finanzmarkt und Realwirtschaft erörtert.
Im Sinne der Öffnung haben die Veranstalter der Parallelforen Regierungsvertreter aus dem In- und Ausland sowie Experten, Wissenschaftler und Vertreter internationaler Finanzinstitutionen eingeladen. Dabei werden sie ihre Erkenntnisse und Einschätzungen zu zwei zentralen Themen miteinander teilen: der Öffnung des Finanzsektors auf hohem Niveau sowie der finanziellen Unterstützung einer hochwertigen wirtschaftlichen Entwicklung, um die internationale Zusammenarbeit im Finanzwesen voranzutreiben und ein offeneres, inklusiveres sowie widerstandsfähigeres Finanzumfeld zu schaffen, das der Realwirtschaft dient.
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Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat eine Neujustierung des Umgangs mit der AfD im Bundestag gefordert und damit eine innerparteiliche wie parlamentarische Grundsatzdebatte angestoßen. In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ plädierte der CDU-Politiker dafür, der AfD die ihr nach dem üblichen Verteilungsschlüssel zustehenden Vorsitzendenposten in den Fachausschüssen des Bundestags nicht länger zu verwehren. „Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen“, sagte Rhein und verwies darauf, dass die AfD im hessischen Landtag und in anderen Länderparlamenten bereits Ausschussvorsitze innehat.
Im Bundestag verfügt die AfD wie die anderen Fraktionen über ein Vorschlagsrecht für bestimmte Ausschussvorsitze. Bisher scheiterte sie jedoch regelmäßig daran, dass ihre Kandidatinnen und Kandidaten bei den Wahlen in den Ausschüssen nicht die Unterstützung der Abgeordneten der übrigen Parteien erhielten und damit die nötigen Mehrheiten verfehlten. Eine Klage der AfD-Bundestagsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht blieb im September 2024 ohne Erfolg; Karlsruhe sah keinen Anlass, in das Verfahren der Ausschussbesetzungen einzugreifen. Politisch aber gewinnt die Frage durch Rheins Vorstoß neue Brisanz.
Rhein grenzt sich zugleich von einer inhaltlichen Annäherung an die AfD ab und lehnt ein Verbotsverfahren gegen die Partei ab. Er halte das vielzitierte Bild einer „Brandmauer“ für falsch, betonte der CDU-Landeschef. Für die Union gelte: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus.“ Das müsse sich auch in der Parlamentsarbeit widerspiegeln. Anstelle juristischer Schritte warb Rhein dafür, die AfD politisch zu stellen: Die CDU müsse den Wählerinnen und Wählern „ein besseres Angebot machen“ und die „Deutungshoheit über die Alltagsfragen“ zurückgewinnen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD setze aus seiner Sicht eine „Politik der klaren roten Linien“ voraus.
Die AfD bewertet die Äußerungen des hessischen Regierungschefs als Signal eines sich abzeichnenden Kurswechsels in der Union. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem „überfälligen“ Schritt und einem Zeichen für ein „generelles Umdenken in der CDU“. Die Forderung nach Ausschussvorsitzen sei „nur der erste Schritt – weitere werden folgen“, prognostizierte Baumann. Angesichts jüngster Wahlergebnisse sehe er die Union unter Druck, ihre bisherige Ausgrenzungsstrategie zu überdenken. Koalitionsfraktionen im Bundestag wiesen einen von Rhein geforderten Kurswechsel allerdings zurück und halten bislang an der Linie fest, AfD-Kandidaten für Ausschussvorsitze nicht zu unterstützen.
In den Fachausschüssen des Bundestags wird ein Großteil der inhaltlichen Gesetzgebungsarbeit vorbereitet. Die Vorsitzenden spielen eine zentrale Rolle bei der Organisation der Beratungen und der Tagesordnungsgestaltung. Die Verteilung dieser Schlüsselpositionen erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel zwischen den Fraktionen, doch bleibt die tatsächliche Besetzung an die Wahl durch die Ausschussmitglieder gebunden. Vor diesem Hintergrund berührt die von Rhein angestoßene Debatte nicht nur die Machtbalance zwischen den Fraktionen, sondern auch die Frage, wie das Parlament mit Parteien umgeht, die zwar demokratisch gewählt sind, von großen Teilen des Hauses aber weiterhin klar abgelehnt werden.