Huawei und Industriepartner ebnen auf dem 10. Global ICT Energy Efficiency Summit den Weg vom Energieverbraucher zum Prosumer

20.10.2026

WIEN, 20. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Der 10. Global ICT Energy Efficiency Summit, der vom 14. bis 15. Oktober von Huawei in Wien veranstaltet wurde, brachte Netzbetreiber, TowerCos, Energiedienstleister, Aggregatoren und Analysten zusammen, die zu einer gemeinsamen Schlussfolgerung gelangten: Telekommunikationsstandorte müssen sich von passiven Energieverbrauchern zu aktiven Energie-Prosumern entwickeln, die Strom erzeugen, speichern, verwalten und handeln. Virtuelle Kraftwerke (VPPs) entwickeln sich vom Konzept zu einer kurzfristigen geschäftlichen Priorität.

Ceremony of the "Transitioning to Prosumers—Global Initiative for the Communications Industry"

Auf Standortebene verbessern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zunehmend. Die Kosten für vor Ort installierte Solar-plus-Speicher-Anlagen sind unter 0,04 US-Dollar pro kWh gefallen. In Europa erzielen VPP-Implementierungen auf Standortebene eine durchschnittliche Amortisationszeit von etwa drei Jahren und einen Jahresumsatz von rund 800 Euro pro Standort, gepaart mit einer 100-prozentigen Verbesserung der Stromverfügbarkeit und einem klaren Weg zur Verringerung und schließlich zur vollständigen Beseitigung der Abhängigkeit von Diesel. Die Energieversorgung am Standort wandelt sich somit von einer Kostenstelle zu einem strategischen Vermögenswert.

Für Betreiber ist die Herausforderung struktureller Natur: Die Netzabhängigkeit steigt, während die Energiesicherheit abnimmt, und die Einnahmen wachsen nicht im gleichen Maße wie die Investitionen und der Datenverkehr. Die Antwort darauf liegt in einer Kombination aus technologischer und geschäftsmodellbezogener Innovation – der Erschließung standortinterner Energieressourcen, der Bündelung dezentraler Batterien, dem Einsatz von KI zur Steuerung von Lade- und Entladevorgängen anhand von Preissignalen sowie der Aggregation von Speicherkapazitäten zur Teilnahme an Netzdiensten. Für Aggregatoren besteht die Priorität darin, verstreute Standortressourcen durch Standardschnittstellen, interoperable Plattformen und tragfähige Geschäftsmodelle in flexible, netzfähige Kapazitäten umzuwandeln. Dies erfordert die Bündelung vieler kleiner Ressourcen auf Standortebene zu einem Portfolio, das groß genug ist, um auf Netzmärkten mitzubieten, während die Betreiber die Kontrolle über die Ausfallsicherheit des Standorts und die Kontinuität der Dienstleistungen behalten. Beide Seiten benötigen eine engere Zusammenarbeit mit Energie- und Finanzpartnern, um zu skalieren.

Frühe Einsätze zeigen den Nutzen. Während des Stromausfalls in Portugal blieben kritische Dienste bis zu 12 Stunden lang in Betrieb. In Finnland generierte die VPP-Lösung Einnahmen für die Standorte. In Südostasien benötigten 86 % der Standorte in einem ländlichen Einsatz über einen Zeitraum von 24 Monaten keinerlei Diesel-Nachfüllungen mehr und wurden vollständig mit Solarstrom ohne CO₂-Emissionen betrieben. Diese Fälle zeigen, dass Prosumer-Standorte die Dienstkontinuität stärken, die Abhängigkeit von Brennstoffen verringern und die Dekarbonisierung unter verschiedenen Markt- und Netzbedingungen unterstützen können.

Der Gipfel markierte den Start der „Transitioning to Prosumers – Global Initiative for the Communications Industry", die den Telekommunikationssektor dazu aufruft, die Energieressourcen der Standorte zu öffnen, sich auf Standards, Schnittstellen und Geschäftsmodelle abzustimmen und ein offenes Energie-Ökosystem aufzubauen. Huawei erklärte, dass es die tiefe Integration von „Bits und Watt" weiter vorantreiben und mit globalen Partnern bei Innovationen und der Zusammenarbeit im Bereich der Standardisierung zusammenarbeiten werde, um den Wandel der Branche hin zu einem hochwertigen Energiesystem zu unterstützen.

 

 

 

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Notstrom statt Normalbetrieb: Brand in Berlin-Marzahn zwingt Unternehmen zur Übergangslösung

08.10.2026

Ein nächtlicher Brand unter einer Kabelbrücke im Berliner Stadtteil Marzahn hat zentrale Leitungen des städtischen Stromnetzes beschädigt und Ermittlungen wegen Brandstiftung ausgelöst. Nach Angaben der Polizei brannten in den frühen Morgenstunden unter einer Brücke an der Boxberger Straße Altreifen und Gerümpel. Ob das Feuer gezielt gelegt wurde, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Einsatzkräfte der Polizei sicherten am Brandort Spuren, um Hinweise auf die Ursache und mögliche Täter zu gewinnen.

Die Feuerwehr war gegen 4.00 Uhr alarmiert worden und ging zunächst von einem kleineren Einsatz aus. Erst vor Ort zeigte sich, dass die Flammen auf unter der Brücke verlegte Stromleitungen übergegriffen hatten. Ein großflächiger Stromausfall blieb nach Angaben eines Feuerwehrsprechers zwar aus, die Leitungen wurden jedoch so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass Teile der lokalen Versorgung umgestellt werden mussten.

Nach Angaben von Henrik Beuster, Sprecher von Stromnetz Berlin, mussten 19 gewerbliche Kunden vorübergehend vom regulären Netz getrennt werden. Seit etwa 9.00 Uhr würden sie über ein Notstromaggregat versorgt, sagte Beuster. Betroffen seien zwei 110.000-Volt-Hochspannungskabel sowie mehrere Mittelspannungsleitungen mit 10.000 Volt. Reparaturarbeiten an den beschädigten Trassen seien im Gange, konkrete Angaben zur Dauer der Instandsetzung lagen zunächst nicht vor.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält einen bloßen Zufall für unwahrscheinlich und spricht von einem möglichen gezielten Angriff auf die Infrastruktur. Die Ermittlungen zur schweren Brandstiftung liefen zwar ergebnisoffen in alle Richtungen, betonte die GdP zugleich. In der Vergangenheit war es in Berlin wiederholt zu Angriffen auf Stromtrassen gekommen, die teils umfangreiche Stromausfälle nach sich zogen und nach damaligen Erkenntnissen linksextremistischen Tätergruppen zugerechnet wurden. Die aktuellen Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, ob und wie der jüngste Brand in Marzahn in ein solches Muster einzuordnen ist.