
Heulende Sirenen und vibrierende Smartphones haben am Donnerstagvormittag in weiten Teilen Bayerns den jährlichen Warntag geprägt. Über Apps wie Nina und Katwarn, laut heulende Sirenen, Lautsprecherdurchsagen und digitale Stadtwerbetafeln sollte der Probealarm nahezu zeitgleich bei der Bevölkerung ankommen. Ergänzt wurde das System durch Cell Broadcast, das Warnmeldungen direkt an alle empfangsbereiten Mobiltelefone in einer Funkzelle sendet – auch dann, wenn das Gerät stumm geschaltet ist.
In der Praxis zeigte sich jedoch ein differenziertes Bild. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums trafen die Nachrichten je nach Telefonanbieter teilweise erst mit einigen Minuten Verzögerung auf den Handys ein. Auch bei Sirenen, Lautsprechern und Werbetafeln kam es zu „kleineren regionalen Verzögerungen oder Problemen“. Insgesamt sei der Probealarm dennoch „überwiegend störungsfrei“ verlaufen, betonte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und zog damit eine überwiegend positive Bilanz des Tests.
Technische und nutzerseitige Faktoren spielten beim Ablauf eine spürbare Rolle. Nicht in allen Fällen lösten die per Cell Broadcast verschickten Warnungen die erwarteten lauten Signaltöne aus. Neben Netzeffekten können auch Einstellungen und der technische Zustand der Endgeräte den Empfang beeinflussen: Veraltete Betriebssysteme oder ein aktivierter Flugmodus verhindern, dass die Meldungen zugestellt oder angezeigt werden. Der Test machte damit sichtbar, dass die Alarminfrastruktur nicht nur von der staatlichen Technik, sondern auch von der Gerätebasis der Nutzerinnen und Nutzer abhängt.
Neu war in Bayern die systematische Erprobung der Entwarnung über Cell Broadcast. Diese wurde bewusst in der niedrigsten Warnstufe und ohne Signalton ausgespielt, um nicht unnötig zu stören. Je nach Konfiguration erschien sie daher auf manchen Displays gar nicht, obwohl die Übertragung technisch erfolgt war. Parallel dazu wurden auch die akustischen Signale klassisch erprobt: In vielen Regionen ertönte ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton als Warnsignal, gefolgt von einem einminütigen gleichbleibenden Ton zur Entwarnung. Die Staatsregierung verfolgt mit den regelmäßigen Probeläufen das Ziel, sowohl die technischen Systeme unter Realbedingungen zu testen als auch die Bevölkerung mit den unterschiedlichen Warnkanälen vertraut zu machen.

Zalando erlebt an der Börse eine markante Kurserholung, die von einer Welle positiver Analystenkommentare gestützt wird. Nachdem der Online-Modehändler seine Umsätze im Jahr 2025 gesteigert und das operative Ergebnis verbessert hat, legte die Aktie bereits am Donnerstag um 9,5 Prozent zu. Im Freitagshandel setzte sich die Rallye fort: Auf Xetra stiegen die Papiere zeitweise um bis zu 8,81 Prozent auf 23,96 Euro, zeitweise sogar auf 24,20 Euro. Damit rückt die 200-Tage-Linie als wichtiger Indikator für den langfristigen Trend bis auf gut 50 Cent heran.
Treiber der verbesserten Geschäftsentwicklung sind nach Unternehmensangaben insbesondere die Übernahme des Wettbewerbers About You sowie der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz. Zudem hat das Management ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt und den Start von Ausschüttungen an die Anteilseigner angekündigt. Bernstein-Analyst William Woods hob in einer aktuellen Studie den verbesserten Barmittelzufluss hervor und charakterisierte Zalando als „Kaufhaus, das Geld verdient“. Die Investmentbank erhöhte ihr Kursziel auf 25 Euro und strich zugleich die bisherige Einstufung „Underperform“.
Auch andere Häuser sehen die Aktie konstruktiv. Die Privatbank Berenberg bleibt bei ihrer Kaufempfehlung und bestätigt ein Kursziel von 53 Euro. Analystin Anne Critchlow verweist auf beruhigende Jahreszahlen und ein überraschend starkes bereinigtes EBIT im Schlussquartal. Besonders positiv wertet sie die angehobene Prognose für das bereinigte operative Ergebnis im laufenden Jahr 2026. Das Analysehaus Jefferies wiederum belässt Zalando ebenfalls auf „Buy“ mit einem Ziel von 31 Euro. Analyst Frederick Wild stuft die Papiere als eine der attraktivsten Wetten auf Ergebnisdynamik im europäischen Einzelhandel ein, getragen von Marktanteilsgewinnen sowie Kosten- und Synergieeffekten.
Die Neubewertung erfolgt nach einer ausgeprägten Schwächephase: Zwischen Ende Februar 2025 und Anfang März hatten sich Zalando-Aktien in rund einem Jahr mehr als halbiert und ein Tief bei 18,79 Euro markiert. Zuletzt setzte jedoch eine deutliche Gegenbewegung ein, die nun durch die freundlichere Analystenstimmung zusätzlichen Schub erhält. Während Zalando selbst den Einsatz von KI als Wachstums- und Effizienztreiber hervorhebt, betrachtet Bernstein möglichen Wettbewerbsdruck durch KI-Anwendungen in der Branche derzeit nicht als existenzbedrohend. Anleger setzen damit zunehmend auf ein nachhaltiges Comeback des Berliner Onlinehändlers – getragen von besserer Profitabilität, solidem Cashflow und einer klareren Ausschüttungspolitik.