
Die Bundesbank hat für das Jahr 2025 einen Jahresfehlbetrag von 8,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Damit schreibt die deutsche Notenbank zum zweiten Mal in Folge rote Zahlen. Der Verlust stellt den zweithöchsten Fehlbetrag in der Geschichte der Bundesbank dar. Im Vergleich zum Rekordminus von mehr als 19 Milliarden Euro im Jahr 2024 hat sich der Verlust jedoch mehr als halbiert. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel betonte bei der Bilanzvorlage in Frankfurt, dass sich die finanzielle Belastung der Notenbank abschwächt.
Infolge des erneuten Verlusts fällt eine Gewinnüberweisung der Bundesbank an den Bund zum sechsten Mal in Folge aus. Das Bundesfinanzministerium hatte jahrelang mit einer jährlichen Ausschüttung von 2,5 Milliarden Euro kalkuliert. Die letzte Gewinnüberweisung erfolgte im Jahr 2019, als der damalige Finanzminister Olaf Scholz 5,85 Milliarden Euro verbuchen konnte – die höchste Summe seit der Finanzkrise. Nagel hatte bereits vor einem Jahr gewarnt, dass Gewinnausschüttungen an den Bund auf längere Sicht nicht zu erwarten seien.
Die Milliardenverluste der Bundesbank sind eine direkte Folge der Geldpolitik im Euroraum. Hauptgrund ist, dass die Zinsausgaben der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) für Gelder, die Geschäftsbanken bei ihr parken, deutlich höher sind als die Zinseinnahmen aus dem umfangreichen Bestand an Anleihen. Diese Anleihen wurden im Auftrag der EZB gekauft, als die Zinsen noch sehr niedrig waren. Die anschließenden Zinserhöhungen der EZB zur Inflationsbekämpfung ab 2022 führten zu dieser Schieflage. Der gesamte Bilanzverlust der Bundesbank, der sich aus dem Verlustvortrag und dem aktuellen Jahresfehlbetrag ergibt, beläuft sich nun auf 27,8 Milliarden Euro.
Bundesbank-Präsident Nagel zeigte sich dennoch zuversichtlich. "Wir haben zwar weiter finanzielle Belastungen zu tragen, sie lassen aber nach", sagte er. Aus heutiger Sicht dürfte sich diese positive Entwicklung fortsetzen. Allerdings werde die Bundesbank auch im laufenden Jahr 2026 erneut einen Jahresfehlbetrag ausweisen. Künftige Jahresüberschüsse sollen genutzt werden, um den aufgelaufenen Bilanzverlust aus eigener Kraft abzubauen und die notwendige Risikovorsorge wieder aufzubauen. Nagel betonte, dass die Bundesbank trotz des Bilanzverlusts ihre Aufgaben vollumfänglich erfüllen könne und über eine solide Bilanz verfüge.

Zalando erlebt an der Börse eine markante Kurserholung, die von einer Welle positiver Analystenkommentare gestützt wird. Nachdem der Online-Modehändler seine Umsätze im Jahr 2025 gesteigert und das operative Ergebnis verbessert hat, legte die Aktie bereits am Donnerstag um 9,5 Prozent zu. Im Freitagshandel setzte sich die Rallye fort: Auf Xetra stiegen die Papiere zeitweise um bis zu 8,81 Prozent auf 23,96 Euro, zeitweise sogar auf 24,20 Euro. Damit rückt die 200-Tage-Linie als wichtiger Indikator für den langfristigen Trend bis auf gut 50 Cent heran.
Treiber der verbesserten Geschäftsentwicklung sind nach Unternehmensangaben insbesondere die Übernahme des Wettbewerbers About You sowie der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz. Zudem hat das Management ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt und den Start von Ausschüttungen an die Anteilseigner angekündigt. Bernstein-Analyst William Woods hob in einer aktuellen Studie den verbesserten Barmittelzufluss hervor und charakterisierte Zalando als „Kaufhaus, das Geld verdient“. Die Investmentbank erhöhte ihr Kursziel auf 25 Euro und strich zugleich die bisherige Einstufung „Underperform“.
Auch andere Häuser sehen die Aktie konstruktiv. Die Privatbank Berenberg bleibt bei ihrer Kaufempfehlung und bestätigt ein Kursziel von 53 Euro. Analystin Anne Critchlow verweist auf beruhigende Jahreszahlen und ein überraschend starkes bereinigtes EBIT im Schlussquartal. Besonders positiv wertet sie die angehobene Prognose für das bereinigte operative Ergebnis im laufenden Jahr 2026. Das Analysehaus Jefferies wiederum belässt Zalando ebenfalls auf „Buy“ mit einem Ziel von 31 Euro. Analyst Frederick Wild stuft die Papiere als eine der attraktivsten Wetten auf Ergebnisdynamik im europäischen Einzelhandel ein, getragen von Marktanteilsgewinnen sowie Kosten- und Synergieeffekten.
Die Neubewertung erfolgt nach einer ausgeprägten Schwächephase: Zwischen Ende Februar 2025 und Anfang März hatten sich Zalando-Aktien in rund einem Jahr mehr als halbiert und ein Tief bei 18,79 Euro markiert. Zuletzt setzte jedoch eine deutliche Gegenbewegung ein, die nun durch die freundlichere Analystenstimmung zusätzlichen Schub erhält. Während Zalando selbst den Einsatz von KI als Wachstums- und Effizienztreiber hervorhebt, betrachtet Bernstein möglichen Wettbewerbsdruck durch KI-Anwendungen in der Branche derzeit nicht als existenzbedrohend. Anleger setzen damit zunehmend auf ein nachhaltiges Comeback des Berliner Onlinehändlers – getragen von besserer Profitabilität, solidem Cashflow und einer klareren Ausschüttungspolitik.